Pflegeprogamm auf dem Kongress 2026

Als Verband psychosomatisch Pflegender Deutschlands e. V. (PsoPD) freuen wir uns sehr, die Arbeit unseres Verbandes auf dem Deutschen Psychosomatikkongress 2026 vorstellen zu können.

Unsere Ziele:

    • Qualifizierung neuer Mitarbeiter*innen
    • Entwicklung eines Curriculums als Grundlage für eine eigene Fachweiterbildung der psychosomatischen Pflege
    • Starke Stimme für wichtige Themen der psychosomatischen Pflege „Personalausstattung“
    • Interessensvertretung unserer Berufsgruppe
    • Eigene Identität der psychosomatischen Pflege in verschiedenen psychosomatischen Behandlungssettings
    • Vernetzung mit medizinischen und therapeutischen Verbänden

Bei Interesse an unserem Verband, dem Wunsch, bei uns mitzuwirken, uns zu unterstützen oder unsere Arbeit kennenzulernen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und besuchen Sie uns online unter www.psopd.de.

Einblick ins Programm 2026

Gerne möchten wir Ihnen einen ersten Einblick in ausgewählte Vorträge und Workshops geben, die sich mit beruflicher Identität, Grenzfragen, Führung, Körperorientierung und psychosomatischer Pflege befassen.

Donnerstag, 5. März:

08:30 – 10:00 Uhr

Workshop: Führung und kollegiale Verantwortung – Interprofessionelles Schulungskonzept Prävention von Grenzverletzungen: Wie thematisiere ich einen Verdacht der Grenzüberschreitung?

Als verantwortliche Führungsperson oder Kollegin bzw. Kollege tragen Sie eine zentrale Rolle in der Prävention von Grenzverletzungen. Das interprofessionelle Schulungskonzept „Prävention von Grenzverletzungen“ basiert auf der Slippery-Slope-Theorie sowie dem Rupture & Repair-Ansatz und richtet sich an Führungskräfte, Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten sowie An- und Zugehörige. Ziel ist es, Grenzverletzungen frühzeitig zu erkennen, angemessen zu reagieren und so eine sichere, respektvolle Arbeits- und Versorgungsumgebung zu gewährleisten. Der Workshop thematisiert zudem die Relevanz eines Schutzkonzepts gemäß § 45 Abs. 2 SGB VIII. Der Workshop baut auf dem Beitrag aus 2025 auf, ist aber auch ohne Vorkenntnisse zugänglich.

Kerninhalte und Handlungsfelder für Führungskräfte und Kolleginnen/Kollegen:

  • Definition, Formen und Risikofaktoren von Grenzverletzungen erkennen und einordnen
  • Förderung einer respektvollen Kommunikationskultur, Empathie und transparenter Feedback-Schleifen
  • Förderung von Selbstreflexion und Boundaries-Awareness bei allen Mitarbeitenden

Umsetzung:

  • Interaktiver Workshops: Rollenspiele mit praxisnahen Lernszenarien

Erwartete Ergebnisse:

  • Reduktion von Grenzverletzungen und Stärkung des zwischenmenschlichen Respekts
  • Erhöhte Arbeitszufriedenheit, geringere Belastung und Burnout-Risiko
  • Verbesserte Patientenversorgung durch sicherere Interaktionen und vertrauensvolleren Aufbau

Zielgruppe: Interprofessionell konzipiert richtet sich der Workshop an Führungskräfte und Kolleginnen/Kollegen und bietet eine praxisnahe Grundlage, um Verdachts- oder tatsächliche Grenzverletzungen anzusprechen, Risiken zu minimieren und die Qualität der Versorgung sowie das Wohlbefinden aller Beteiligten zu stärken.

Referent*innen:
Jaqueline Fröhlich, Pflegedienstleitung UKHD Zentrum für Psychosoziale Medizin

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10:15 – 11:45 Uhr

Vortrag: Over the Top – Grenzen erweitern: Therapeutisches Bouldern auf Basis des KuS-Konzepts

Bouldern etabliert sich mehr und mehr als wirksame körperorientierte Intervention in der Behandlung psychotherapeutischer Symptomatik.
Das bewährte Therapiemanual „Klettern und Stimmung“ (KuS) bildet die Grundlage einiger Studien und wird seit 2013 in der ambulanten Patientenversorgung eingesetzt. Der Vortrag stellt dieses Konzept vor, das körperliche Aktivierung, achtsamkeitsbasierte Selbsterfahrung und psychosoziale Lernprozesse systematisch verbindet. Das zugrunde liegende Wirkmodell integriert Elemente der Erlebnispädagogik, der Achtsamkeitsforschung sowie der Selbstwirksamkeitstheorie und nutzt das Bouldern als niedrigschwelliges, erfahrungsintensives Medium zur Förderung emotionaler, kognitiver und motorischer Regulation.
Im KuS-Konzept werden zentrale therapeutische Faktoren wie achtsamkeitsbasierte Übungen, Beziehungsgestaltung und strukturierte Reflexionsphasen gezielt mit boulderspezifischen Herausforderungen und erlebnispädagogischen Inhalten verknüpft. Die achtwöchige, manualisierte Intervention umfasst Module zu Körperwahrnehmung, Angstregulation, Selbstwirksamkeit, Frustrationstoleranz und sozialer Interaktion. Zentral für den therapeutischen Nutzen ist die Integration der körperlichen Erfahrung durch strukturierte Reflexionsphasen, die „embodied learning“ theoretisch verankern und den Transfer in den Alltag unterstützen.
Empirische Daten aus einer kontrollierten Studie zeigen signifikante Verbesserungen depressiver Symptomatik, Angstreduktion, Selbstmanagementfähigkeiten, Selbstwirksamkeit sowie Konzentrationsleistung. Zusätzliche positive Effekte finden sich in sozialer Kompetenz und der Reduktion zwanghafter Tendenzen. Die Ergebnisse werden durch qualitative Rückmeldungen der Teilnehmenden untermauert, die insbesondere emotionales Erleben, Selbstwertsteigerung und die Unterbrechung dysfunktionaler Grübelschleifen hervorheben.
Der Beitrag verortet therapeutisches Bouldern im Erfahrungsfeld erlebnisorientierter und körperpsychotherapeutischer Verfahren und diskutiert, wie das strukturierte Arbeiten an der Wand Individuen unterstützt, ihre Grenzen realistisch wahrzunehmen und schrittweise zu erweitern – im Sinne eines sicheren, jedoch herausforderungsorientierten „over the top“.

Referent*innen: Stephan Fuchs

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12:45 – 15:45 Uhr

Workshop: Pflegerische Stabilisierung bei PTBS

Referent*innen: Steve Egler, Rika Ogata

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Freitag, 6. März:

08:30 – 10:00 Uhr

Vortrag: Gruppe Sozialer Kompetenzen

Der Begriff „soziale Kompetenz“ bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, angemessene Kompromisse zwischen eigenen Bedürfnissen und sozialer Anpassung zu finden. Im Rahmen des DGPM-Kongresses wird ein Vortrag zum Thema „Soziale Kompetenzen trainieren – neue Wege in Beziehungen“ angeboten. Diese Fortbildung vermittelt Hintergrundwissen zu sozialen Kompetenzen und deren Bedeutung für zwischenmenschliche Beziehungen. Das soziale Kompetenztraining hilft Teilnehmern, Verhaltensweisen zu erlernen, die ihre sozialen Kontakte verbessern. In Gruppen, moderiert von Pflegefachpersonal, üben die Teilnehmer Achtsamkeit und Selbstreflexion. Die Teilnehmer hinterfragen ihr Rollenverständnis in Beziehungen und setzen sich mit zentralen Themen auseinander, wie dem Setzen von Grenzen („Nein“ sagen), dem Umgang mit Kritik, dem Geben und Annehmen von Komplimenten sowie dem Beenden unerwünschter Kontakte. Der Vortrag zeigt auf, wie dieses Training soziale Kompetenzen stärkt und die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen nachhaltig fördert.
In Rahmen des Vortrags wird als Beispiel eine praktische Übung mit Kongressteilnehmern spielerisch durchgeführt, um das Erlernte direkt anzuwenden.

Referent*innen:

Natalie Weber, Pflegebereichsleitung
RHÖN-KLINIKUM AG
Psychosomatische Klinik Bad Neustadt
und Haus Saaletal GmbH

Kerstin Wahler,
Teamleitung und Skillstrainerin
Tagesklinik
Psychosomatische Klinik Bad Neustadt

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10:15 – 11:45 Uhr

Vortrag: Entwicklung einer ´Fachweiterbildung Pflege in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie´ – aktuelle Entwicklungen 

Es besteht Bedarf für eine standardisierte, fachspezifische (Fach-)weiterbildung für Pflegefachpersonen im Fachbereich Psychosomatik und Psychotherapie, die es in dieser Form aktuell nicht gibt.
Im Jahr 2023 gründete sich die ´Sektion Pflegecurriculum Psychosomatik´ (SePP) mit Mitgliedern der ´Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie´, des ´Verbands psychosomatisch Pflegender in Deutschland e.V.´ und der ´Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie´. Die SePP verfolgt seitdem das Ziel, eine fachspezifische, kompetenzbasierte, zertifizierbare (Fach-)Weiterbildung für psychosomatische Pflegefachpersonen zu entwickeln. Seit Gründung der SePP konnten bereits einige wichtige Schritte in diese Richtung gemacht werden. Im Vortrag soll auf die aktuellen Entwicklungen, sowohl auf berufspolitischer als auch auf curricularer Ebene, eingegangen werden.

Referent*innen: Svenja Hummel, Yvonne Ortmeier, Simone Kneer-Weidenhammer, Götz Berberich, Jobst-Hendrik Schultz

Vortrag: Berufliche Identität und Tätigkeiten von Pflegefachpersonen im Fachbereich Psychosomatische Medizin und Psychotherapie – vorläufige Ergebnisse

Der Arbeit von Pflegefachpersonen, die im Fachbereich Psychosomatik und Psychotherapie tätig sind, besteht aus vielseitigen, fachspezifischen Aufgaben und unterscheidet sich deutlich von der Arbeit in anderen pflegerischen Fachbereichen. Dennoch wird der Fachbereich Psychosomatik bisweilen noch dem Fachbereich Psychiatrie zugeordnet. Weiterhin tragen auch Heterogenitäten in den pflegerischen Verantwortungsbereichen, Pflegekonzepten und Fort- und Weiterbildungsangeboten zur mitunter diffusen beruflichen Identität dieses pflegerischen Fachbereichs bei.
Daher werden aktuell zwei Studien durchgeführt, die die Schärfung der beruflichen Identität und der Tätigkeiten und Aufgaben von psychosomatischen Pflegefachpersonen zum Ziel haben.
In der ersten Studie werden interprofessionelle bzw. monoprofessionelle Fokusgruppen mit jeweils 5 – 8 Pflegefachpersonen und ärztlichen oder psychologischen Therapeut/-innen aus dem Fachbereich Psychosomatik sowie dem Fachbereich Psychiatrie durchgeführt. Die ersten Fokusgruppen werden aktuell mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.
Weiterhin wird eine Echtzeit-Messung während der Arbeitszeit mit Pflegefachpersonen aus dem Fachbereich Psychiatrie und Psychosomatik durchgeführt. Mithilfe einer App auf einem Studienhandy wird alle zwei Stunden während der Arbeitszeit ein Fragebogen zu den in den letzten zwei Stunden durchgeführten Tätigkeiten sowie der hierbei selbst wahrgenommenen Sicherheit bereitgestellt. Die bisher erhobenen Daten wurden deskriptiv mithilfe von SPSS ausgewertet.
Im Vortrag sollen die ersten vorläufigen Ergebnisse dieser Studien vorgestellt werden.

Referent*innen: Svenja Hummel

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12:00 – 14:45 Uhr

Workshop: „Immer das Theater mit den Grenzen“ – Improvisationstheater

Grenzen erkennen und wahren und dabei immer gut auf sich achten wird uns im beruflichen Kontext häufig vermittelt und so geben wir es facettenreich weiter. Es scheint sich dabei um eine universell einsetzbare Formel zu handeln, welche scheinbar aufgeht und auch immer irgendwie für alle Beteiligten passt.
Scheitern oder Bewältigen? Gewinnen oder verlieren? Vertrauen oder Misstrauen? Mitschwimmen oder Haltung zeigen? Diese Konflikte fordern uns tagtäglich in einer hohen Frequenz heraus. Eindimensionale Antworten sind schnell gefunden, Schubladendenken beherrschen wir sowieso.
Doch was ist mit dem Unbekannten außerhalb meiner persönlichen Komfortzone? Wie kann es mir möglicherweise gelingen, flexibler und gütiger auf existenzielle Themen Denkanstöße zu geben oder gar Antworten zu finden?

Dieser Workshop bietet die Möglichkeiten an eigenen Grenzen zu experimentieren, spielerisch mit Humor, Neugier, Leidenschaft und Kreativität eine Rolle bewusst zu wählen, diese einzubringen um sie abschließend zu reflektieren.
Improvisationstheater erlaubt es uns an Horizonte und darüber hinaus zu gehen, uns zu wagen, uns zu reflektieren und dadurch aufzubrechen um neue Perspektiven zugewinnen.

Referent*innen: Michael Riedel

Die Räume, in denen die Sessions stattfinden, finden Sie im detallierten Programm.

Der Tag der psychosomatischen Pflege findet im Harnack-Haus, Raum Lynen statt.
Das Harnack-Haus befindet sich vier Gehminuten (300 m) vom Henry-Ford-Bau entfernt.
Bitte beachten Sie, dass der Ausschank von Warm- und Kaltgetränken für Kongressteilnehmende im Henry-Ford-Bau erfolgt.

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